Greet Helsen

7. September - 20. Oktober 2007

Greet Helsen arbeitet auf Leinwand mit Acryl. Sie bewegt sich in den Werkgrössen von 40 x 40 bis zu 200 x 140. Sie verfährt mit Acryl wie mit Aquarellfarbe, setzt zeichnerische Akzente mit Tuschen und Linien, lässt Farben aneinandergleiten, bewegt sie und sich in einer Verwandlung des naturhaft Gegenständlichen in dessen Auflösung. Sie geniesst den malerischen Prozess im Verlängern des sinnlichen Farbgenusses, die Entdeckungsreisen im Schaffen der Künstlerin erreichen mit diesem Vorgehen den Betrachter direkt. Die Auseinandersetzung mit dem Licht, ein Wesentliches in der Kunst, das bei Helsen auch als Weiss auftritt, macht sie zum „Lichtfänger", indem sie Kontraste schafft, was den Zugriff zur Trübung erfordert. Der Umgang mit den nahezu gestaltlosen Grautönen, das Eintauchen in die totale Tiefe der Dunkelheit, dann die Setzung - wie ausgespart - der Behältnisse des Lichtes, sich energisch behauptend.

Mit Spannung zu betrachten auch die kleinformatigeren neuen Zyklen mit Tusche und Acryl, schwarz auf weiss, tänzerisch-dynamische Gesten im Kontrast zu fast monochromer, rhythmischer Behandlung grauschwarz-weisser Farbfelder. Diese Arbeiten erreichen den Betrachter nicht unmittelbar, erschweren eher die Interaktion, das heisst, sie lösen sich stärker vom individuellen Einfluss, schaffen eher absolute Werte im Sinne von Transzendenz gegenüber irdischer Realität, lassen geschehen.

Daneben im Werk immer wieder Farbklänge, spielerische Improvisationen! Zum einen in der gleichmässigen, aus mehrfachen Überlagerungen von Farbschichten resultierenden Oberflächenbeschaffenheiten, zum anderen im Einsatz von Rot und Schwarz, dramatisch die nahestehende Intensität der Gefühle und Leidenschaften verdichtend, schliesslich beherrscht durch klares diszipliniertes Denken und Handeln. Helsens Arbeiten sind oft aus gegenstandsnahen Vorstellungen geschöpfte Farblandschaften.

Aus ihnen gelangt sie über metaphorisch beschreibbare Empfindungen zu eigenwilligen Kompositionen. Man ist geneigt, sie nahezu als aurisch zu benennen, was keineswegs den dynamischen Charakter vermissen lässt. Helsen spricht potentiell jedem Ding und jeder Erscheinung - soweit sie nicht serienhaft reproduziert sind - eine ursprüngliche geistige Essenz zu.

Zeugnis geben von „vorhistorischer Ganzheit" birgt den Rückfall in naturalistische Vorstellungen in sich. Dort, wo zuviel „seelische Empfängnisbereitschaft" spürbar wird, verliert sich das Atmosphärische aus dem Zentrum des künstlerischen Tuns, aus dem „Hauch" (griech. Aura) wird Resultat. Hier wird das Ringen der Künstlerin deutlich und spannend, nämlich über das Sinnliche einen atmosphärischen Hof zu bilden, der den Eindruck der Wandelbarkeit und Unermesslichkeit vermittelt.

„Bilder schaffen Atmosphären, sinnliche Stimmungen, aussergewöhnliche Zustände und Stimmungen, die fühlbar sind, aber nicht tastbar" (Yves Klein, Paris 1983).

Diese Aussage wird an den Arbeiten von Greet Helsen nachvollziehbar.

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